KLEZMERMUSIK

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Ursprünge     

Klezmer ist ursprünglich die Instrumentalmusik der Juden Osteuropas und eng gebunden an die jüdische Religion und Kultur.
 Bei vielen Festen, vor allem bei der jüdischen Hochzeit hatte die Musik eine ordnende Funktion. 
(Zu jüdischen Festen siehe:  http://www.talmud.de/cms/Feiertage_Feste.35.0.html und zu jüdischer Musik siehe:  http://www.zemerl.com)

Klezmer hat eine jahrhundertealte Tradition. Schon seit dem Mittelalter zogen Klezmergruppen von Hof zu Hof, spielten bei Volksfesten und bei christlichen Zeremonien. 
Die Melodien wurde von Musiker zu Musiker, von den Vätern zu den Söhnen und Enkeln weitergegeben. Die mündliche Überlieferung ließ zahlreiche Veränderungen zu. Außerdem wurde die Musiksprache der jeweiligen Gegend mit integriert. So kommt es, dass von ein und demselben Lied verschiedene Versionen überliefert sind.  

 

Bedeutung des Wortes "Klezmer"

 Das Wort Klezmer leitet sich aus zwei  hebräischen Silben ab, klej (Werkzeug) und semer (Lied) und bedeutet eigentlich Instrumentalmusiker. Eine schöne übertragene Bedeutung ist: die Einheit des Musikers mit seinem Instrument - für mich wird hiermit die Innigkeit des Ausdrucks in der Musik deutlich.
Erst im Laufe der Zeit bürgerte sich der Name Klezmer auch für die Instrumental-Musik ein.

 

Besetzung

Jahrhunderte lang war die Geige das  bevorzugte Melodieinstrument. "Jedes Herz, besonders ein jüdisches Herz, ist eine Fiedel.." (Scholem Alejchem).

Die ersten Kapellen waren mit zwei Geigen, Zimbal und Cello besetzt, erst später kam die Klarinette und andere Blasinstrumente hinzu. Eine typische Besetzung um 1900 für eine größere Schtetl-Kapelle waren mehrere Geigen, Trompeten, Klarinetten, Holzquerflöte, kleine Trommel, Tuba, Cello und gestrichener Bass.

Anfang des 20.Jahrhunderts übernahm die Klarinette immer häufiger die  Melodie, da sie über eine größere Lautstärke verfügt - und so setzte sich die Klarinette als Führungsinstrument im Klezmer-Ensemble immer mehr durch.

 

Die Musiker

Obwohl die meisten Musiker Männer waren, gab es auch vereinzelt Frauen in  den Musikkapellen. Die Klezmorim (Musiker) waren häufig sehr arm, oft mussten auch schon die Kinder, die ein Instrument spielten, ihren Teil zum knappen Lebensunterhalt  beisteuern. Außerdem verdienten sich die Musiker zusätzlich in Berufen wie z.B. Uhrmacher, Schneider, Frisör, etwas Geld.

 In der jüdischen Gesellschaft hatte die Bezeichnung „Klezmer“ oft einen abwertenden Beigeschmack, im Sinne von "ein armer Schlucker“ und wie in vielen Gesellschaften  schufen sich die Musiker durch ihre charismatische Ausstrahlung und individuelle Hochleistung Anerkennung und Respekt . 
So gab es immer wieder viele hochqualifizierte Künstler, die ihr Publikum faszinierten und begeisterten - nicht umsonst stammen aus den Reihen der Klezmorim die Virtuosen des 20 Jahrhunderts (z.B. Mischa Elman, Jascha Heifetz, Nathan Milstein, David Oistrach)

 Es waren die Klarinettisten Dave Tarras und Naftule Brandwein, beide in die USA eingewanderte Musiker, die die Klezmermusik zu neuem Ausdruck und Virtuosität führten. Weiter Informationen zu diesen beiden Musikern unter virtual klezmer
http://www.klezmer.de/Buecher/S_Khupe-Inhalt/S_Khupe-4/S_Khupe-4-9/s_khupe-4-9.html

http://www.klezmer.de/Platten/P_Historisch/H_Brandwein/h_brandwein.html

 

Chassidismus

 Der Chassidismus ( http://de.wikipedia.org/wiki/Chassidismus) hatte großen Einfluss auf die Klezmermusik.
 In dieser religiösen Bewegung stehen Musik, Gesang und Tanz für eine wichtige Verbindung zwischen Mensch und Gott.

 Als Überlebende des Holocaust viele chassidische Melodien in die USA brachten, waren die Zuhörer berührt von der Vitalität dieser Lieder .

 

Musikalische Einflüsse

 Da das jüdische Volk in der ganzen Welt verstreut lebt, weist die Klezmermusik viele musikalische Traditionen auf.

 Schon immer spielten die Klezmorim auch mit nicht jüdischen Musikern zusammen, so bereicherten sich die Musikstile gegenseitig.
 Klezmermusik integriert Einflüsse aus der Zigeunermusik, der Musik vom Balkan, der spanischen Musik, Musik des Orients und später des Jazz und Blues.

 Dimitri Schostakowitsch sagt über Klezmer: "...diese Musik ist so facettenreich - sie kann fröhlich erscheinen und gleichzeitig tief traurig sein - fast immer ist es ein Lachen durch Tränen."

 Wir schätzen an dieser Musik ihre tiefe Menschlichkeit, ihre Vitalität, das "Dennoch, Trotzdem" - eine musikalische Sprache, die durch ihre Emotionalität von allem Menschen verstanden wird.

Johanna Schmidt

Für alle, die sich ausführlicher über Klezmermusik informieren wollen:  Rita Ottens, Joel Rubin: Klezmer-Musik, Bärenreiter, 1999

 

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Email: klezmer@dance-of-joy.de